Botulinumtoxin ist vielen vor allem aus der Kosmetik bekannt – in der Neurologie ist es jedoch schon seit Jahrzehnten ein bewährtes Mittel, um ganz unterschiedliche Beschwerden gezielt zu behandeln. Je nach Ursache wird es in kleinen Mengen direkt in die betroffenen Muskeln oder Drüsen gespritzt und blockiert dort die Signalübertragung der Nerven. Die Folge: überaktive Muskeln entspannen sich, überschießende Drüsenfunktionen werden gedrosselt.
In unserer Praxis in Linz setzen wir Botulinumtoxin bei folgenden Indikationen ein:
Spastik Nach einem Schlaganfall, bei Multipler Sklerose oder Zerebralparese kann die Muskelspannung krankhaft erhöht sein. Botulinumtoxin hilft, diese Spastik gezielt zu lösen und Bewegungsabläufe wieder zu erleichtern.
Dystonie Unwillkürliche Muskelkontraktionen – etwa beim Schiefhals (Torticollis) oder beim unkontrollierten Lidzucken (Blepharospasmus) – lassen sich durch die Injektion oft deutlich lindern.
Chronische Migräne Wer an mindestens 15 Kopfschmerztagen im Monat leidet, kann von einer Botulinumtoxin-Behandlung in bestimmten Kopf- und Nackenmuskeln profitieren. Ziel ist es, die Häufigkeit der Attacken zu senken.
Hyperhidrose Übermäßiges Schwitzen an Achseln, Händen oder Füßen betrifft viele Patient*innen im Alltag stark. Botulinumtoxin blockiert die Nervenimpulse an die Schweißdrüsen und reduziert so die Schweißproduktion spürbar.
Hypersalivation Bei Erkrankungen wie Parkinson, ALS oder nach einem Schlaganfall kann übermäßiger Speichelfluss belastend sein. Eine gezielte Injektion in die Speicheldrüsen schafft hier Abhilfe.
Die Wirkung von Botulinumtoxin hält je nach Indikation üblicherweise einige Monate an, danach lässt sie langsam nach. Eine Wiederholung der Behandlung ist daher in der Regel notwendig, um den Effekt aufrechtzuerhalten.




